FAQ Investmentfonds

  • 1. Was versteht man unter einem offenen Investmentfonds?

    Als offenen Investmentfonds oder Fonds bezeichnet man ein Sondervermögen, welches von einer Investmentgesellschaft bzw. Kapitalanlagegesellschaft (Emittent) durch die Bündelung der Einzahlungen von Anlegern gebildet wird, damit dieses von der Investmentgesellschaft entsprechend den im Vorfeld festgelegten Regularien (Anlagerichtlinien) investiert wird.

    Da die Anleger oder Investoren Eigentümer des Sondervermögens bleiben und das Sondervermögen auch vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt verwaltet werden muss, ist das Sondervermögen von der Insolvenz eines Emittenten nicht betroffen. (Ausnahme bei offenen Immobilienfonds: Hier wird die Investmentgesellschaft formal als Eigentümerin der Immobilien ins Grundbuch eingetragen.)

    Als Investitionsgüter kommen neben den klassischen Investments wie Aktien, Schuldverschreibungen und Immobilien auch alle übrigen denkbaren Güter wie Weine, Edelmetalle etc. in Betracht. Ebenso kann das Investment auf bestimmte Länder oder Indizes beschränkt werden. Durch die Streuung des Sondervermögens auf verschiedene Anlageobjekte (Diversifikation) wird das Anlagerisiko gegenüber Einzelanlagen reduziert.

    Mit dem Erwerb eines Investmentfondsanteils wird der Anleger Miteigentümer des Fondsvermögens und hat dementsprechend einen Teilhabeanspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis. Sein Anteilswert bemisst sich hierbei nach der Bewertung des gesamten Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl aller ausgegebenen Fondsanteile.

    Der Wert des Sondervermögens wird einerseits durch Einlagen bzw. Einzahlungen neuer Anleger und Rückerstattungen an alte Anleger sowie andererseits durch Kurs-, Dividenden- Zinsgewinne oder Mieteinnahmen etc. bzw. durch sonstige Wertverluste oder –gewinne (z. B. steigende Immobilienpreise) bestimmt.

  • 2. Wann kann der Erwerb eines Investmentfonds rückabgewickelt bzw. Schadenersatz geltend gemacht werden?

    Unabhängig von etwaigen Widerrufsrechten auf Grund eines Haustürgeschäfts oder eines Fernabsatzgeschäfts kommt die Rückabwicklung eines Investmentfonds immer dann in Betracht, wenn der Anleger von der Bank im Vorfeld des Erwerbgeschäfts nicht anleger- und anlagegerecht über alle wesentlichen Kriterien (z. B. Geeignetheit des Fonds für Anlageziele des Kunden bzw. die Risiken) des Fondserwerbs aufgeklärt wurde. Gleiches gilt, wenn der Anleger im Vorfeld des Kaufs nicht über den Rückfluss des Agios (sog. Kick-back-Rechtsprechung) an die Bank aufgeklärt wurde. Siehe hierzu auch unter „FAQ Anlageberatung“.

    Wurde der Investmentfonds von einem Finanzinstitut oder Finanzberater lediglich an den Anleger ohne eine individuelle Beratung vermittelt, so kommt eine Rückabwicklung nur in Betracht, sofern der Anleger nicht anlagegerecht beraten wurde, also nicht über die wesentlichen Kriterien des Fonds informiert wurde.

  • 3. Welche Verjährungsfristen sind zu beachten?

    Unabhängig von etwaigen Altfällen, gilt die Regelverjährungsfrist von 3 Jahren ab Kenntnisnahme der den Schadenersatzanspruch begründenden Tatsachen. Dies ist zumeist der Zeitpunkt, in dem der Anleger vom eingetreten Vermögenschaden Kenntnis erlangt. Unabhängig vom Kenntnisstand des Anlegers gilt ansonsten, sofern die Fehlberatung nicht vorsätzlich begangen wurde, die 10-jährige Verjährungsfrist.

    Wurde der Rückfluss des Agios (sog. Kick-back-Rechtsprechung) verschwiegen, ist regelmäßig von einem vorsätzlichen Fehlverhalten auszugehen. Es gilt insoweit die 30-jährige Verjährungsregelung.

16.06.2013: Schifffsfonds - Sanierungsbeschlüsse sind zu hinterfragen

Da nicht immer das drin ist, was den Anlegern/Gesellschaftern suggeriert wird, sollte kein Sanierungsbeschluss ungeprüft..
weiter »

16.06.2013: Anlegerschutz - Kausalitätsvermutung zu Gunsten des Geschädigten

BGH stärkt erneut die Rechte von geschädigten Kapitalanlegern...
weiter »

16.06.2013: GmbH - Recht - Tätigkeitsverbot gegenüber Geschäftsführer

Bei Zweifeln über die Wirksamkeit eines Abberufungsbeschlusses kann per einstweiliger Verfügung ein Tätigkeitsverbot..
weiter »